BONSAI Arbeitskreis Niederrhein
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Aktuelles

Aufgrund der Covid-19-Situation sind vorerst alle Termine in der Gärtnerei Schlößer abgesagt.

 

aktuelle Informationen

Der japanische Fächerahorn

 

Zu den beliebtesten Laubbäumen für die Bonsaigestaltung gehört die Gruppe der Fächerahorne. Wunderschön ist das Farbspiel beim Austrieb und ihre leuchtende Herbstfärbung. In ihrer Heimat erreichen sie eine Höhe von 10 – 15 Metern.

Standort

Sie bevorzugen einen hellen, halbschattigen Standort, an dem sie nicht der prallen Mittagshitze ausgesetzt sind. Eine Südterrasse oder Südbalkon sind deshalb wenig geeignet.

Überwinterung

Temperaturen von bis zu –5 Grad werden überstanden. Die Bäume sollten allerdings vor ständigen kalten Nord- oder Ostwinden geschützt werden, da sonst die feinen Kurztriebe erfrieren könnten, auch der Neuaustrieb im Frühjahr muss vor Frost geschützt werden.

Gießen

Zum Gießen sollte möglichst Regenwasser verwendet werden. Ständiges Überbrausen der Blätter führt ebenso wie starker Wind und zu hohe Nässe im Substrat zu vertrockneten Blattspitzen.

Düngen/Erde

Wegen seiner Salzempfindlichkeit sollte er mit organischem Dünger versorgt werden.

Gestaltung

Da der Ahorn stark blutet, sollte man größere Schnittmaßnahmen erst vornehmen, wenn die Knospen kurz vor dem Austrieb stehen. Außerdem verheilen die Wunden dann viel schneller. Viele Schnitte kann man auch sparen, wenn man überzählige und in die falsche Richtung wachsende Knospen frühzeitig ausbricht. Hiermit verhindert man auch das Entstehen hässlicher Quirle. Je nach Alter des Baumes nimmt man den Neuaustrieb auf ein bis zwei Blattpaare zurück oder pinziert ihn sofort (man entfernt die Triebspitze). Je früher wir pinzieren, desto dünner bleibt der Trieb.

Sollten die Blätter zu groß sein, können sie bis Ende Juni durch einen Blattschnitt verkleinert werden, d. h. man schneidet das Blatt ab, lässt aber den Blattstiel stehen. Da dies die Pflanze schwächt, kann er nicht jedes Jahr durchgeführt werden, da sonst mit einem verkümmerten Neuaustrieb zu rechnen ist. Folglich sollte der Blattschnitt nur an kräftigen und gesunden Pflanzen vorgenommen werden.

Drahten hinterlässt auf der empfindlichen Rinde sehr schnell Druckstellen, deshalb bitte öfter kontrollieren.

Krankheiten / Schädlinge

Ahorne werden von einigen Schädlingen wie Blattläusen, Raupen und Käfern gefährdet.

Da Pilzerkrankungen meist eine Schwächeerscheinung sind, sollten wir die Pflanzen optimal ernähren und vor ständiger Übernässung schützen. Auch sollte man vermeiden, beim Gießen die Blätter zu besprühen, da ständig feuchte Blätter ein idealer Nährboden für Pilze sind.

Viel Freude mit Ihrem Fächerahorn.

Horst Jansen

Von der Vorgartenkiefer zum Bonsai

 

Im späten Frühjahr 2011 entschied ich mich, eine Bergkiefer (Pinus Mugo) aus einem Vorgarten auszugraben und zu einem Bonsai umzugestalten.

 

Auf den ersten Blick war mir klar, wohin die Reise gehen soll. Eine Halbkaskade sollte es werden. Zum Glück war die Mugo zwischen drei Kantensteinen eingebettet und hatte nur eine ziemlich dicke Versorgungswurzel. Beim Ausgraben kappte ich sie bis auf 20 cm Länge, ließ aber mehrere mittelgroße Wurzeln, die mit reichlich Feinwurzeln versehen waren, am Stamm, damit die Kiefer noch mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden konnte.

Grob in Form geschnitten, pflanzte ich den Baum in ein Speisfass. Dieses hatte ich vorher mittels mehrerer 10 mm großen Abflusslöcher und einer Drainage aus einem Kies-Sand-Gemisch (ca. 1/3) vorbereitet. Darauf kam eine Schicht Blähton und anschließend setzte ich die Kiefer auf Bonsaierde mit reichlich Bims und Akadama. Somit war die Wasserdurchlässigkeit gewährleistet und Staunässe hatte keine Chance. Zu guter Letzt fixierte ich den Baum mit Draht, um das Wachstum der neuen Wurzeln nicht zu gefährden.

Jetzt hieß es abwarten und auf neuen Austrieb warten.

Im Sommer 2012 war die Überraschung groß. Es hatten sich viele neue Knospen mit relativ viel Grün gebildet.

 

 

 

 

 

Bis zum Jahr 2013 ließ ich die Mugo in Ruhe wachsen, Wurzeln und Grün bilden. Hier und da setzte ich schon einmal ein paar Schnitte nach der ersten Knospe an, um herauszufinden, wie die Kiefer darauf reagiert. Sie nahm es mir aber nicht übel, ganz im Gegenteil, sie reagierte immer mit neuen Knospenaustrieb und kleineren Nadeln.

Im Frühjahr 2013 war es dann Zeit für ein kleineres Gefäß. Ich bastelte mir eine passende Kiste aus Holzresten (45 cm x 45 cm x 25 cm). 1/3 füllte ich sie wieder mit Blähton und den Rest mit der bekannten Bonsai-Erdmischung. Der reichlich vorhandene Mykorrhiza Pilz kam zum Teil mit in die Erdmischung. Gut mit Draht fixiert, schnitt ich die Mugo immer wieder bis auf eine Knospe zurück. Sie entwickelte sich phantastisch. Die Knospen sprießten nur so und sie trieb förmlich aus jedem Knopfloch aus.

Im Frühjahr 2014 war reichlich Zuwachs da, die Nadeln wurden auch zusehends kürzer, sodass endlich die passende Bonsaischale für die Mugo gefunden werden musste. Es sollte eine nicht zu flache und nicht zu kleine Schale werden. 

Ausgewählt hatte ich eine sechseckige, tiefe Schale, die in etwa den Abmessungen der Kiste entsprach.

Anfang 2015 war es dann soweit, die Mugo zu gestalten. Einige Äste mussten weichen. Komplett durchgedrahtet bekam die Kiefer ihren ersten Feinschliff.

Im Frühjahr 2018 habe ich mich an die Totholzbear-beitung gewagt. Mit einer Jin- und Wurzelzange bearbeitete ich die groben Schnittstellen. Das Ende des zu bearbeiteten Holzes zog ich mit Hilfe der Jinzange Faser für Faser ab. Anschließend mischte ich das Jinmittel mit ein wenig Ruß und bepinselte die entsprechenden Stellen. 

Das Ergebnis im März 2020 seht ihr hier.

 

Auf eines möchte ich an dieser Stelle noch hinweisen. Ich habe die Kiefer aus einem ca. 30 Jahre alten Vorgarten ausgegraben. Durch Zufall hatte ich den Besitzer getroffen und über mein Interesse an der Kiefer angesprochen, der sofort positiv reagierte, weil der Vorgarten als Parkplatz umgestaltet werden sollte. Eine zweite Kiefer (Pinus Mugo) hat die Aktion nicht überlebt. Damit möchte ich nur zum Ausdruck bringen, dass es keine Garantie gibt, dass so ein Versuch auch klappt. Ich hatte Glück und habe jeden Tag viel Spaß, der Kiefer zuzusehen, wie sie sich zusehends positiv verändert.

Text und Bilder: Uwe Westphal

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